Die Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung der Oberflächenqualität und Leistungsfähigkeit optischer Komponenten. Scratches (Kratzer) und Digs (Vertiefungen) auf optischen Oberflächen können die optische Qualität reduzieren, Streulicht erhöhen und die Gesamtbildqualität sowie die Systemperformance negativ beeinflussen. Optische Systeme werden zunehmend mit engeren Oberflächenqualitätstoleranzen ausgelegt. Darum gewinnt eine zuverlässige und reproduzierbare Inspektion immer mehr an Bedeutung.
Trotzdem basiert die Scratch-/Dig-Inspektion in der Optikindustrie häufig noch auf manueller visueller Prüfung. ARGOS ersetzt diese durch einen automatisierten, datenbasierten Ansatz. So findet statt der subjektiven Bewertung eine kalibrierte, objektive Auswertung statt, die eine konsistente Oberflächeninspektion in Produktion, Präzisionsoptikfertigung und F&E-Umgebungen ermöglicht.
Grenzen der manuellen Scratch-/Dig-Inspektion
Die klassische visuelle Inspektion stützt sich auf geschulte Prüfer, die Oberflächenfehler mit kalibrierten Referenzstandards vergleichen. Obwohl dieses Verfahren etabliert ist, stößt es in der modernen Optikfertigung an grundsätzliche Grenzen.
Inspektionsergebnisse können je nach Erfahrung des Prüfers, Beleuchtungssituation und Ermüdung variieren. Entscheidungen nahe an den Akzeptanzgrenzen, etwa ob ein Defekt mehr als die Hälfte der zulässigen Maximalgröße überschreitet, sind besonders interpretationsanfällig. Diese Variabilität erschwert die konsistente Anwendung von Scratch-/Dig-Spezifikationen über verschiedene Chargen optischer Komponenten hinweg.
Mit steigenden Produktionsvolumina und dem Mangel an qualifizierten Inspektoren wird die manuelle Prüfung zudem zum Engpass. Darüber hinaus bietet die visuelle Inspektion nur eine eingeschränkte Rückverfolgbarkeit, was die Zuordnung von Oberflächenfehlern zu Prozessschritten sowie eine belastbare Dokumentation für Kunden und Qualitätsstandards erschwert.

Oberflächenfehler und ihr Einfluss auf die optische Qualität
Oberflächenfehler wie Scratches und Digs haben einen direkten Einfluss auf Oberflächenqualität, optische Qualität und die Gesamtleistung eines optischen Systems. Selbst kleine Defekte können zu erhöhtem Streulicht, reduzierter maximaler Signalstärke und einer Verschlechterung der Bildqualität führen, insbesondere bei Hochleistungs-Optiksystemen. Um eine gleichbleibende Performance sicherzustellen, müssen Scratches und Digs innerhalb klar definierter Grenzen kontrolliert werden.
Normen wie ISO 10110-7 und MIL-PRF-13830B definieren maximale Größen- und Sichtbarkeitskriterien. Diese Vorgaben über unterschiedliche Geometrien und Oberflächenkrümmungen hinweg konsistent anzuwenden, ist mit visueller Inspektion allein jedoch schwierig. Eine zuverlässige Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung erfordert daher eine objektive, kriterienbasierte Auswertung unabhängig von menschlicher Interpretation.

Automatisierte Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung mit ARGOS
ARGOS ermöglicht die automatisierte Detektion, Klassifikation und Größenbestimmung von Oberflächenfehlern auf optischen Komponenten. Anstelle subjektiver visueller Vergleiche werden Kratzer und Digs anhand objektiver, größen- und sichtbarkeitsbasierter Kriterien bewertet, die an Industriestandards wie ISO 10110-7 und MIL-PRF-13830B ausgerichtet sind.
Durch die Automatisierung der Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung reduziert ARGOS die Inspektionszeit, eliminiert die Abhängigkeit vom Bediener und liefert konsistente Ergebnisse über ein breites Spektrum optischer Komponenten und Anwendungen hinweg. Die automatisierte Inspektion stellt sicher, dass Entscheidungen zur Oberflächenqualität einheitlich getroffen werden – unabhängig von Erfahrung des Prüfers, Inspektionsbedingungen oder Produktionsvolumen.
Dieses hohe Maß an Objektivität ist besonders wertvoll für Hersteller von Präzisionsoptiken, hochvolumigen Bauteilen oder hochwertigen optischen Komponenten, bei denen eine konsistente Anwendung von Qualitätsstandards entscheidend ist.
Zentrale Vorteile der automatisierten Oberflächeninspektion mit ARGOS
• Objektive, reproduzierbare Scratch-/Dig-Bewertung unabhängig vom Prüfer
• Konsistente Anwendung von ISO-, MIL- und kundenspezifischen Spezifikationen
• Zuverlässige Detektion von Oberflächenfehlern bis in den Mikrometerbereich
• Automatische Pass/Fail-Entscheidungen auf Basis definierter Akzeptanzkriterien
• Detaillierte Prüfberichte mit Defektkarten und Statistiken
• Vollständige Rückverfolgbarkeit für Qualitätssicherung, Prozesskontrolle und Kundenkommunikation
Durch den Ersatz der visuellen Inspektion durch eine automatisierte, kriterienbasierte Bewertung ermöglicht ARGOS höhere Sicherheit bei Qualitätsentscheidungen und reduziert gleichzeitig kosten- und variabilitätsbedingte Risiken im Inspektionsprozess.
Von der Scratch-/Dig-Inspektion zur datenbasierten Prozesskontrolle
Die automatisierte Inspektion mit ARGOS geht über einzelne Pass/Fail-Entscheidungen hinaus. Durch die systematische Erfassung von Inspektionsdaten über Bauteile, Chargen und Zeiträume hinweg wird die Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung zu einem Werkzeug für Prozessverständnis und kontinuierliche Verbesserung.
Hersteller erhalten Einblick in wiederkehrende Oberflächenfehler, Veränderungen der Oberflächenqualität und die langfristige Prozessstabilität. Dies ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Abweichungen, bevor optische Komponenten in den Bereich niedriger akzeptabler Qualität fallen, und unterstützt gezielte Prozessoptimierungen zur Verbesserung der Oberflächenqualität.
Automatisch erzeugte, auditierbare Berichte liefern eine klare Dokumentation für Kunden, Qualitätsaudits und interne Prozesskontrolle. Die direkte Verknüpfung von Inspektionsergebnissen mit Fertigungsprozessen trägt dazu bei, die optische Qualität zu verbessern, Streulicht zu minimieren und eine konsistente Systemperformance sicherzustellen.

Fazit
Mit steigenden Anforderungen an optische Komponenten muss sich die Scratch-/Dig-Qualitätsbewertung über subjektive visuelle Inspektion hinaus weiterentwickeln. Die automatisierte Inspektion mit ARGOS bietet einen objektiven, reproduzierbaren und rückverfolgbaren Ansatz zur Bewertung von Oberflächenfehlern. So unterstützt ARGOS die konsistente Anwendung von Industriestandards, eine verbesserte Oberflächenqualität und eine zuverlässige optische Performance in der gesamten Optikindustrie.
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